Tief ... tief drin im grünen Schatten des Heidewaldes gibt es ein heimliches Reich, sagt man. Lange, lange bevor die Menschen hier siedelten, lag es schon immer jenseits aller Wege. Bewacht von uralten Föhrenkriegern und umgeben von gewaltigen Eichbäumen sind seine Grenzen schwer zu erkennen. Diese Grenzen bestehen aus Sumpf und Morast. Durchzogen von riesigen Röhrichtwäldern, bieten sie magischen Schutz für alle Ewigkeit. Die Tiere leben einträchtig und friedlich miteinander. Droht ihnen in den weiten Forsten außerhalb des heimlichen Reiches Gefahr, finden sie dort Rettung in der Not und Hilfe. So mancher Waidmann kann es sich auch heute nicht erklären, wohin das Wild, welches gerade noch vor seiner Flinte stand, so schnell verschwand, als würde es sich in Luft auflösen. Aber nicht nur Tiere leben in den dunklen Wäldern des heimlichen Reiches, nein, man munkelt, auch Geister, Kobolde und Hexen hätten dort Unterschlupf gefunden, als die neue Welt sich draußen ausbreitete. Die Siedler hielten sich fern von den alten Stätten des Kernwaldes. Am Johannistag, dem längsten Tag im Jahr, ritt ein König mit seinem Gefolge auf die Jagd. An seiner Hand trug er einen glitzernden Ring, welcher strahlte wie seine goldene Krone. Bald schon hatte er einen prächtigen Hirsch gesichtet. Die wilde Verfolgung begann. Immer weiter ging es hinein in den Wald, tiefer und tiefer. Vom Jagdfieber gepackt bemerkte der König nicht, das er schon längst aus dem Blickfeld seines Gefolges geraten war. Auch, dass das Gesicht des Waldes sich veränderte, die Bäume immer höher in den Himmel wuchsen, war ihm egal. Er wollte den Hirsch zur Strecke bringen, koste es, was es wolle. Erst als sein Pferd langsamer wurde, geschwächt von der eiligen Hatz, nahm er wahr, dass er sich inmitten eines weiten Sumpfes befand. Die Beute war längst enteilt, der Tag näherte sich dem Ende, Zeit für den Rückweg, dachte der König. Er wendete sein Pferd und wollte auf seiner Fährte wieder aus dem Sumpf heraus, vergeblich, er fand den Weg nicht mehr.
In seiner Not rief er laut hinauf zu den Kronen der Mooreichen:
Ach helft dem Herrn und König dabei,
den Weg hinaus zu finden.
Ein Wunsch, den gebe ich auch frei
lasst meine Suche enden !
Kaum war die letzte Silbe aus seinem Mund erschollen, trat eine beängstigende Stille ein. Kein Windhauch bewegte die Blätter an den Bäumen, kein Vogel gab einen Laut von sich. Dann stiegen Luftblasen aus dem erdigen Morast empor, und voller Schrecken sah der König direkt vor sich eine finstere Gestalt aus dem Boden wachsen. Triefend vor Nässe, die feuchten Strähnen langer dünner Haare im vor Dreck starrendem Gesicht, baute sich der Sumpfgeist vor dem Jäger auf. Mit seiner dürren Hand zeigte er auf ihn, die blutleeren Lippen zu einem Grinsen verzogen. Als er anhub, zu sprechen, lief es dem König eiskalt über den Rücken, so greulich hörte es sich an, schmatzend, wie Fußstapfen im Moor öffnete sich der Mund der Kreatur.
Einen Wunsch habe ich frei
so hörte ich Dich sagen.
Ganz schnell wird‘s gehen, sag eins, zwei, drei
darfst meinem Wunsch nicht klagen.
Die Königstochter zart und fein
soll mich im Winter freien.
Wenn ich Dir helfen soll, schlag ein,
Falls nicht, wirst Du's bereuen.
Der König in seiner Not sagte zu und der Sumpfgeist führte ihn zurück auf die bekannten Wege. Wieder sicheren Boden unter den Füßen vergaß der Gerettete sein Versprechen und stieß seinem Pferd die Sporen in die Seiten. Mit einem Satz stob es davon, Klatthammel blieb zurück. Lange blickte er dem Davoneilenden hinterher, dann legte er sein klatschnasses Haupt in den Nacken und stieß einen lauten Ruf aus. Es dauerte nicht lange und man hörte die Geräusche eines gestreckten Galopps aus den Tiefen des Heidewaldes näher kommen. Aus der Luft erscholl ein Rauschen und Jaulen, Wolken türmten sich über dem Waldrand zusammen, an welchem der Klatthammel stand. Die Erde neben ihm, eben noch fest und hart, wölbte sich empor und aus der dunklen Höhle im Stamm einer uralten Eiche glomm ein rötliches Licht hervor.
Die weiße, durchsichtige Gestalt eines Ritters auf einem Streitross sitzend, erschien auf der Lichtung, aus den dräuenden Wolken stieg eine Frau mit wallendem Haar und einem Hundegespann auf die Erde herab, aus deren Wölbung ein kleiner Zwerg mit einer langen, dünnen Nase kletterte. "Warum rufst Du uns, Klatthammel ?" sprach ein Jägersmann, welcher mit einer umgehängten Flinte aus dem Eichenstamm trat, und genussvoll an seiner Pfeife sog. "Warum rufst Du uns zu Dir ?" fragten auch der weiße Ritter Dietrich. Nebeneinander standen auch der Zwerg namens Gaelknöker und die Frau mit dem Hundegespann, welche den Heidebewohnern auch als "Fru Wode" bekannt war, ein Luftgeist aus der alten Wendenzeit.
Klatthammel erzählte von dem gebrochenen Pakt mit dem König der Menschen. Die Heidegeister sahen sich an. Der Gaelknöker sprach als erstes: "Nicht fein, wie der Hohe Herr Dich betrogen hat". Fru Wode, deren langes Haar im Winde wallte, schüttelte ihre Mähne zornig und rief "Ich bringe ihn zurück, nicht leichtfertig betrügt man einen Heidegeist". Zustimmendes Nicken erfolgte in der Runde. Mit einer frischen Sturmböe stieg Fru Wode in den Himmel auf und jagte dem König hinterher. Die anderen hüllten sich in Schweigen und warteten. Kurze Zeit später tauchte das wilde Gespann am Himmel auf und unter dem Krachen von Donner und Blitzen hielt Fru Wode den Wagen am Waldrand an. An ihrer Seite befand sich der König, der mit schreckgeweiteten Augen auf die Heidegeister blickte. Einhellig beschlossen diese, die Strafe zu verhängen, welche dem König verkündet wart.
"Als gespaltene Zunge hast Du Dich bewiesen, deshalb wird ab heute die Wälder und Wiesen, Dein verwandeltes "Ich" als Schlange genießen" Ein gewaltiger Donnerschlag hallte über die Heide, und aus den Kleidern des König ringelte eine schwarze Schlange davon, auf dem Kopf eine Krone. Der glitzernde Ring jedoch rollte vor die Füße der Heidegeister.
Aus dem überlieferten Geschichten unserer Vorfahren ist zu hören, das ein Menschenkönig am Johannistag von fünf Heidegeistern in eine Schlange verwandelt wurde. Weiter wird von einem Ring berichtet, welche eng an das Schicksal des armen Königs gebunden sind. Als Schlangenkönig trägt er eine Krone auf seinem Haupt. Der Ring ist und bleibt bis in die heutige Zeit verschollen. Es heißt, wird dieser Ring in der Johannisnacht am kleinen Finger der linken Hand getragen, erhält der Schlangenkönig seine menschliche Gestalt zurück. Jeder Geist hinterließ ein Rätsel im Heidewald. Nur derjenige, welcher alle zu lösen vermag, wird das Versteck des mächtigen Ringes finden, und den Schlangenkönig von seinem Bann befreien ! Über hunderte von Jahren wurden alle Rätsel zusammen getragen, nun warten sie auf Dich. Wirst Du den Ring des Schlangenkönigs finden, um ihn zu erretten ?
Fru Wodes Rätsel: Die Kreuzeiche
Wenn in der Nacht der Himmel heult
und schwere Wolk' sich ballen
erschein' ich Dir mit Hundemeut'
und lass die Peitsche knallen.
Die wilde Jagd am Firmament
schreckt Menschen gleich wie Tiere.
Die alte Welt mich Wode nennt,
des Sturmes edle Zierde.
Im Wald, da steht ein Eichenbaum
der früher Menschen heilte.
Man nennt ihn Kreuzeich', nicht im Traum,
geh' hin, schau nach, verweile !
Entscheide für den Königsmann
gewinn den Ring der Krone,
auf welchem Bild hast Du erkannt
der Kreuzeich' moosig Zone ?
1. st
2. en
3. kr
4. ha
5. bl
6. _t
Klatthammels Rätsel: Der Eingang
Den Klatthammel, so nennt man mich
tief drinnen in der Heide.
Ich mag es nass und morastig
die Trockenheit ich meide.
Finde den Eingang in mein Reich,
willst Du das Ringlein haben.
Versteckt als herrlich trüber Teich
wo morgens Nebel wabern.
Die Leute nenn' ihn Teufelsloch
in der ihr eig'nen Sprache.
Wildschweine suhl'n sich hier und noch
ist mein die Königsrache.
Denn nur wenn Du dort richtig wählst,
erhältst' am Schluss den Ring,
welche die Schlange 'rückkehren lässt,
wohl auf des Königs Thing.
1. a) m
2. b) _
3. c) l
4. d) b
5. e) t
6. f) z
Ritter Dietrichs Rätsel:
Als Kämpfer aus der grauen Zeit
bin furchtlos ich und stark.
Zum Schwertgefecht allzeit bereit,
durchstreife ich die Mark.
"Raubritter Dietrich !" schallt der Schrei,
wenn polternd ich erscheine.
Zur Beute nehm' ich allerlei
des Nachts im Fackelscheine.
Als Strafe dann für all die Greul
nach meines Lebens Ende,
jage als Geist ich mit Geheul
durchs waldige Gelände.
Als Geist, da haus' ich mit Genuss
in herzoglichen Mauern.
Es passt zur wilden Jagd, das Schloss,
ich werd' es nie bedauern.
Suchst Du des Schlangenkönigs Ring,
wage Dich dorthin, wo ich bin.
Denn die Eingangsstufenzahl
hilft schnell beenden seine Qual.
1. 13
2. 12
3. 11
4. 10
5. 9
6. 8
Gaelknökers Rätsel:
Für einen Zwerg bin ich zu groß
für einen Mann zu klein.
Mir steht sehr schön 'ne gelbe Hos'
zum gelben Hemdelein.
In einem sandig' Heideberg
da hab' ich mein zu haus.
Beweg' mich unterirdisch fort,
wie Maulwurf und auch Maus.
Im Winter wohne ich sehr oft
an einem heißen Hügel.
Holzkohle schwelt im erdig' Topf,
und macht dem Kohl'mann Flügel.
Ganz in der Nähe wird steinalt,
verehrt von den Germanen,
die Eibe, selten hier im Wald,
sprießt jung, man kann es ahnen.
Die neuen Menschen machten sie
zu einem Baum des Jahres
Die Zahl des Jahres lautet wie ?
... für's Glück des Rings erfahr' es.
1. 1994
2. 1995
3. 1996
4. 1997
5. 1998
6. 1999
Des Freischütz Rätsel:
Als Freischütz bin ich wohlbekannt
im Grün der weiten Heide.
An meinem Schuss werd' ich erkannt,
bin sicher wie kein Zweiter.
Ich gab dem Teufel meine Seel'
das unfehlbar ich werde.
Die Kugel trifft glatt jedes Ziel
schickt's Wild maustot zur Erde.
Dies war dem Jäger Brandt verwehrt,
als sicher er sich wähnte,
das sich der Keiler nicht mehr rührt,
fiel er durch Hauerzähne.
An dieser Stelle steht ein Kreuz
erinnert ans Geschehen.
Willst Du des Schlangenkönigs Ring ?
Welch' Zahl ist 'drauf zu sehen ?
1. 1645
2. 1734
3. 1583
4. 1956
5. 1669
6. 1787
GIB ACHT !
Die richtigen Buchstaben in der hier abgedruckten Reihenfolge zeigen das Versteck des Ringes an, allerdings nicht in der deutschen Sprache. Ob es sich hier um die italienische, spanische, englische oder gar französische Sprache handelt, kannst Du bei der Winterbehausung des Gaelknökers finden. Auf dem Gelände des Teerschwelers wartet ein entsprechender Hinweis auf Dich. Gegen wenige Taler wird man Dich ins Reich der Köhler und Schweler lassen. Gerne kannst Du natürlich auch die Buchstaben in den verschiedenen Sprachen und in der richtigen Reihenfolge durchprobieren. Vergiss das Freizeichen nicht.
Notiere die Buchstaben: ___________________________________
Hast Du das Versteck gefunden, nenne dem Meister das Codewort und überlasse ihm dieses Pergament. Dann hilft man Dir gerne weiter ! Gebe die richtigen Zahlen in die Schatztruhe ein und bestätige mit "A". Öffne die Truhe und nimm den Ring des Schlangenkönigs an Dich !
WEITERE TIPPS / VORGEHENSWEISE:
1. Flyer durchlesen
2. Die Kreuzeiche in der Rostocker Heide finden, hilfreich im Vorfeld ist eine Wanderkarte der Rostocker Heide oder ein GPS-Empfänger im Handy o.ä. ( die entsprechenden Koordinaten stehen im Flyer ). An der Kreuzeiche ist das richtige Bild zu identifizieren, welches auf dem Flyer einen Teil der Kreuzeiche zeigt. Notiere die Silbe auf dem Flyer und auch die Zahl, welche hinter der Silbe steht. Genau so ist das "Teufelsloch" - in plattdeuscher Sprache - in der Wanderkarte zu finden, und vor Ort einem Bild im Flyer zuzuordnen. Gehe zum jeweils nächsten Zwischenstop und löse das jeweils nächste Rätsel, bis alle Lösungen samt zugehöriger Zahl vorliegen.
3. Notiere alle richtig gelösten Silben/Buchstaben und Zahlen in der abgedruckten Reihenfolge auf dem Flyer.
4. Übersetze das Ergebnis der Silben/Buchstaben in die deutsche Sprache.
5. Gehe zum Versteck und nutze die richtigen Zahlen, um die Truhe zu öffnen.
6. Die richtigen fünf Zahlen stehen hinter den richtigen Silben/Buchstaben !